Pöhnschöppe

In alten Kirchenbüchern um 1699 im Raum Magdeburg ist der Begriff Pöhnschöppe (oft auch Panschöppe, Pfannschoppe oder Pfannschöppe geschrieben) keine Berufsbezeichnung im modernen Sinne, sondern ein wichtiges Ehrenamt im Brauwesen. 

Bedeutung und Funktion

Der Begriff setzt sich aus den Bestandteilen „Pfanne“ (Braupfanne) und „Schöppe“ (Schöffe/Beisitzer) zusammen. Ein Pöhnschöppe war ein amtlich bestellter Kontrolleur oder Beisitzer beim Brauvorgang.

Aufsicht:
Er überwachte im Namen des Stadtrates oder der Braugilde das Einhalten der Brauordnungen und die Qualität des Bieres.

Steuerliche Kontrolle:
Da Bier ein wichtiges Steuergut war dokumentierten Pöhnschöppen die Menge des angesetzten Sudes für die Abgabenrechnung.

Ehrenamt:
In Magdeburg war dies oft ein angesehenes Amt, das von Bürgern ausgeübt wurde, die selbst das Braurecht besaßen (sogenannte Brauerben).

Besonderheiten im Raum Magdeburg (1699)
Nach der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg (1631) wurde die Stadt Ende des 17. Jahrhunderts wieder zu einem Zentrum des Brauwesens.
Kirchenbucheinträge aus dieser Zeit erwähnen das Amt oft stolz als Zusatz zum Namen, da es den sozialen Status eines ehrbaren Bürgers unterstrich.

Verwandte Bezeichnungen:
In den Dokumenten finden sich häufig auch Bezeichnungen wie Brauerbe, Pfänner oder Kämmerer in unmittelbarem Kontext.

Sprachliche Variation:
Durch die damalige Schreibweise sind Varianten wie Panschöppe (ohne „h“) oder Pfännschöppe in den Kirchenbüchern des Landeskirchenarchivs Magdeburg üblich.

Quelle: Wolfgang Gottschalk